Honig tropft von einem Löffel herunter. Es bildet sich eine Honigpyramide.

Honigernte – Eine Anleitung

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Wann der richtige Zeitpunkt für die Honigernte ist, dass kann man nicht genau pauschalisieren. Doch grundsätzlich ist die Honigsaison von Mai bis Ende August. Vereinzelt reichen Trachten noch bis in den September, was jedoch hierorts eher weniger der Fall ist.  In der Regel, ist das Honig schleudern im Juli bereits vorüber – dies gilt für die meisten Gegenden. Um den Rahmen des Artikels nicht zu sprengen, beziehe ich mich auf die gängigsten Trachten in unserem Land / Gebiet.

Meistens hast Du zwei Trachten im Jahr. Die eine beginnt im Mai, wobei tendenziell gegen Ende des Monats geschleudert wird. Wohingegen die andere Honigernte meist im Spätsommer, nämlich August stattfindet. Damit Dir, dass etwas klarer wird, möchte ich Dir die zwei Trachten etwas näherbringen.

Als kleiner Leitsatz gilt, im Norden wird früher geerntet und im Süden Deutschlands dafür später und länger.

Obstblüte & Löwenzahn

Obstblüte und Löwenzahn sind die erste Tracht im Jahr. Zuerst blühen die Obstblüten, und kurz darauf der Löwenzahn. Wenn Du in Gebieten mit vielen Obstbäumen wohnst, wie hier in Freiburg z.B., dann wirst Du wahrscheinlich bereits Anfang Mai mit der Ernte beginnen. Dessen ungeachtet findet in „normalen“ Gebieten das Schleudern und die Honigernte gegen Ende des Monats statt.

Eine volle Honigwabe - bereit für die Honigernte
Eine volle Honigwabe © Stefan Krupp

Waldtracht & Sommertracht

Die Waldtracht und Sommertracht ist die zweite Tracht im Jahr. Hier fliegen die Bienen meist zu den Wiesen in deiner Umgebung, und sammeln dort fleißig Nektar. Der Schleudervorgang ist hier in der Regel die erste oder zweite Woche im August.  Doch wann genau ist der Richtige Zeitpunkt für die Honigernte?

Wann soll ich ernten – Honigernte?

Obstblüte

Dafür habe ich auch eine Faustregel für Dich. Achte immer auf die Blütenstände nach den jeweiligen großen Trachten. Mit anderen Worten, wenn du siehst das diese verblüht sind, so kannst Du bereits in kurzer Zeit mit der Ernte beginnen. Du solltest einige Tage warten, da die Bienen noch etwas Zeit brauchen um dem Nektar das Wasser zu entziehen.

Gehe sicher, dass Du die Waben nicht zu früh aus Deiner Bienenbeute nimmst. Das kannst Du ganz leicht überprüfen indem du Dir die Verdeckelung der Waben ansiehst. Die Honigwaben sollten zu 65 % – 75% verdeckelt sein, dann kannst Du auf jeden Fall ernten.

Bist du Dir unsicher, so kannst du mit einem recht einfachem Trick und etwas roher Gewalt einen kleinen Test durchführen. Wie führst Du ihn aus? Ganz einfach. Entnehme eine Wabe und halte diese Waagerecht. Daraufhin verpasst Du ihr einen kurzen starken Schlag. Sollte der Honig herausspritzen, dann ist in ihm noch zu viel Wasser enthalten, und er ist noch nicht reif. Warum der Wassergehalt wichtig ist, erfährst du im nächsten Punkt. Hänge die Wabe dann wieder zurück und Gedulde Dich noch ein wenig. Diesen Test nennt man übrigens „Spritzprobe“.

Sommertracht

Bei der Sommertrach kannst Du Dich nicht mehr auf die Blüten verlassen, so wie du es im Frühjahr getan hast. Vielmehr kann ich Dir hier nur einen Rat mit auf den Weg geben.

Schleudere am besten in 4-5 Wöchigen abständen, beginnend von der ersten Frühjahrstracht. Im Sommer ist es nicht mehr so einfach, den Zeitpunkt zum Schleudern anhand der Blüten zu erkennen. Grund hierfür ist, dass jetzt auch Honigtau in die Waben eingetragen wird. Ich halte mich hier an einen vier-wochen Rhythmus nach der ersten Honigernte. Ich schleudere den Honig also etwa vier Wochen nach der Frühjahrstracht. Die Vegetation entwickelt sich meist gleichmäßig sobald es im Frühjahr los geht. Außerdem braucht der Honig in den Waben auch eine gewisse Zeit zum reifen, bis Du ihn schleudern kannst.

Zu welcher Uhrzeit Du ernten sollst

Eine optimale Uhrzeit gibt es meiner Meinung nach nicht. Vielmehr ist die Tageszeit von bedeutung. Der Morgen bietet sich hervorragend an, da die Bienen die Nacht über Zeit hatten den Honig zu trocknen. Nachmittags wäre eher nicht vorteilhaft, da sie gegebenenfalls neuen Nektar gesammelt haben. Somit stiege der Gesamtwasseranteil rasch an.

Wassergehalt bestimmen:

Es ist äußerst wichtig den Wassergehalt des Honigs zu bestimmen. Denn enthält er zu viel Wasser, kann er gären. Deshalb darf „wässriger Honig“ nur als Backhonig verkauft werden. Klassischer Blütenhonig darf nach Deutscher Honigverordnung nicht mehr als 20% Wasser enthalten. Strenger ist es bei den Richtlinien des Deutschen Imkerbundes. Hier dürfen es nur maximal 18% sein. Jetzt erfährst Du welche Methoden Du Dir bei Deiner Honigernte zunutze machen kannst!

Methode 1 – Refraktometer

Die einfachste und professionellste Variante ist es einen Refraktometer zu benutzen. Mit ihm lässt sich der Wassergehalt des Honigs schnell und genau bestimmen. Aber nicht zu vorschnell Urteilen! Der Wassergehalt des Honigs innerhalb der Waben oder des Honigraumes, kann varriieren. Erfahrungsgemäß dicken Bienen, startend am Oberträger, den Honig ein. Deswegen braucht der Honig nach unten hin etwas länger zum reifen.

Methode 2 – Verdeckelung

Wie bereits weiter oben beschrieben, sollst Du Dir die Verdeckelung der Waben ansehen. Grob gesagt, sollten zweidrittel oder mehr verdeckelt sein. Dann kannst du davon ausgehen, dass der Honig reif ist. Die unteren Waben sollten die Spritzprobe überstehen.

Methode 3 – Spritzprobe

Bist du Dir bei einer Wabe nicht sicher, so kannst Du diese der Spritzprobe unterziehen. Dabei nimmst du die Wabe waagerecht und gibst ihr einen Schlag. Spritzt es, so muss der Honig zurück in die bearbeitung der Bienen. Spritzt es nicht, so erfreue Dich an deiner baldigen Ernte.

Mehtode 4 – Honigpyramide

Die vierte Methode ist die sogenannte Honigpyramide. Die Methode ist geübten Imkern vorbehalten, also auch bald Dir! Wenn der Honig aus der Schleuder auf das Sieb rinnt, so breitet er sich aus und bildet einen Honigsee. Der weiterhin fließende Honigstrahl sollte beim Auftreffen eine Honigpyramide bilden Geschieht dies, dann kannst du zu 99% sicher sein, dass der Honig reif ist.

Honig tropft von einem Löffel herunter. Es bildet sich eine Honigpyramide. Eigener Honig nach Honigernte.
Die Honigpyramide. So sollte sie aussehen.

Witterung in Verbindung mit Ernte

Wir sind wie in vielen anderen Dingen in unserem Leben, von der Natur abhängig. So ist es ebenfalls beim Schleudern. Regnet es einige Tage durch, so kannst Du Deinen Honig nicht schleudern. Grund dafür sind Deine Bienen. Besser formuliert, regnet und windet es draußen, bedienen sie sich von ihren Honigvorräten und stillen ihren Hunger. Wird das Wetter wieder besser, fliegen sie wieder munter umher und besorgen frischen Nektar für die entstandenen Lücken. Dieser ist jedoch mit einem Wasseranteil von 75-80% äußerst feucht. Du musst also warten bis die Bienen den Nektar in den Waben auf einen Wasseranteil von ~18% gebracht haben.

 

Ich wünsche Dir viel Spaß bei Deiner Ernte!

Beste Grüße, Dein Kristian

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